Sechs Sprossen fehlen

Nicht jeder ist ein Akrobat

An der Dachrinne steht eine Leiter. Sie sind aufgefordert auf das Dach zu steigen. Kein Problem, ja, wenn bei der Leiter die ersten sechs Sprossen nicht fehlen würden.

Bei den Arbeitsabläufen ist das so ähnlich. Das Qualitätsmanagement gibt mit seinen stringenten Strukturen die Messlatte vor, aber wo stehen die Mitarbeiter? Alle sind in tiefer Betriebsblindheit versammelt. Jetzt fehlen sechs Sprossen und dann geht die Leiter erst los. Man wundert sich warum Arbeits- und Verfahrensanweisungen auf der Strecke bleiben. Eigentlich sollten sie zu perfekten Arbeitsabläufen führen.

Wo sind die
sechs ersten Sprossen?

Ausgangspunkt ist die tiefe Betriebsblindheit. Alles geht seinen Gang. Störeinflüsse sind normal: „Das ist eben so.“ Man hat keine Vorstellung davon, wie es anders sein könnte. Der erste Schritt daraus ist die Entwicklung eines allgemeinen Ablaufbewusstseins. Sie wissen schon, die legendäre Übung mit der Tasse Kaffe.

Dann kommen konkrete Fälle aus dem Arbeitsumfeld. Wo sind wir dann? Stellen wir uns vor, aus der Betriebsblindheit geht ein Pfeil steil nach oben. Bei der Betriebsblindheit ist es 0% und an der Spitze ist die Ablauf-Qualifikation 100%. Wo sind die Mitarbeiter dann nach dem ersten Training? Bei knapp gefühlten fünf Prozent. Also ganz am Anfang. Man kann noch nicht viel erwarten. Dass ist nicht einmal die erste Sprosse.

Wie kommen wir dann zu den weiteren Sprossen? Ein spezieller Ablauf wird mit einem oder mehreren Mitarbeitern im Detail gestaltet. Das Ablaufbewusstsein der Mitarbeiter wächst. Die zweite Sprosse.

Weiter geht es mit dem „Ablauf-Dialog“. Dem Ablaufbesitzer werden provozierende Fragen zu seinem Ablauf gestellt. Jetzt bekommt er ein Gefühl für „seinen“ Ablauf. Wieder eine Sprosse.

Es ist klar, wer seine Mitarbeiter sofort auf die siebte Sprosse springen lassen will, erntet nicht mehr als Unverständnis. Die Akzeptanz geht gegen Null. Wer ist schon der Akrobat, der sechs Sprossen überwinden kann.

Lassen Sie bei den Mitarbeitern die ersten sechs Sprossen entstehen und Sie haben

„Arbeitsabläufe, wie geölt.“

Wird heute geschätzt, dass 60% der Arbeitsleistung von Störeinflüssen vernichtet werden, so zeigt das, welch enormes Potenzial erschlossen werden kann. Tun Sie es, aber vergessen Sie ersten sechs Sprossen der Leiter nicht. Es könnte sein, viele bleiben vor der Leiter stehen und niemand steigt hoch.

Die Gestaltung der Arbeitsabläufe ist heute das größte und wertvollste Potenzial in den Unternehmen. Erschließen Sie es? Es ist leichter, als Sie denken.

Beste Grüße
Wolfgang T. Kehl
kontakt@goaling.de
http://www.ablaufgestalter.de

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